Faire Arbeitsbedingungen

Zum Selbstverständnis der REWE International AG gehört, dass alle Arbeitsverträge der MitarbeiterInnen kollektivvertraglichen Regelungen unterliegen. Die kollektivvertragliche Überzahlung betrug 2017 durchschnittlich 7,94 Prozent. Darüber hinaus bietet die REWE International AG eine große Bandbreite an sozialen Leistungen, welche die MitarbeiterInnen in allen Situationen des beruflichen und privaten Alltags unterstützen sollen. So erhalten die MitarbeiterInnen auf jeden Einkauf einen Rabatt, der 2017 in Summe rund 6,4 Millionen Euro betrug. Seit 2010 wurde auch die Möglichkeit einer privaten Pensionsvorsorge institutionalisiert, die 2017 von 1.974 MitarbeiterInnen in Anspruch genommen wurde. Zudem werden den MitarbeiterInnen im Zentralbereich und den Lägern von den jeweiligen Handelsfirmen Essenszuschüsse von jährlich 695.577 Euro gewährt.

2017 wurde die Möglichkeit der Wiedereingliederungsteilzeit eingeführt. MitarbeiterInnen, die länger als 6 Wochen im Krankenstand sind, ermöglicht diese Variante einen langsamen und schrittweisen Wiedereinstieg ins Berufsleben. 10 MitarbeiterInnen nahmen bis Jahresende 2017 diese Option in Anspruch, wobei der Großteil die 6 Monate mit verringerter Arbeitszeit ausschöpfte.

Mit der Aktion „Sexuelle Belästigung und Diskriminierung – NEIN danke!“ werden die MitarbeiterInnen darüber informiert, was eine „Belästigung“ und Diskriminierung ist und welche Möglichkeiten es gibt, gegen derartige Vorfälle vorzugehen. So stehen eigens geschulte MitarbeiterInnen betroffenen Personen im Unternehmen jederzeit zur Seite – ob in einem anonymen Gespräch oder auch, um aktiv Schritte einzuleiten. 2017 gab es fünf Fälle von Diskriminierung oder Belästigung, die zu Versetzungen oder einvernehmlichen Kündigungen geführt haben. Darüber hinaus gab es vier anonyme Anfragen, die auf Wunsch des Mitarbeiters nicht weiterverfolgt wurden.

MitarbeiterInnenbefragung

MitarbeiterInnenbefragungen sind ein wesentlicher Bestandteil des wertschätzenden Personalmanagements der REWE International AG. Sie spiegeln die Stimmung im Unternehmen wider und zeigen möglichen Handlungsbedarf auf. Aus diesem Grund führt das Unternehmen alle 2 bis 3 Jahre eine umfassende Umfrage durch.

Im Jahr 2017 wurde eine Befragung unter allen MitarbeiterInnnen von BILLA, MERKUR, der Zentralbereiche, Produktionsbetriebe sowie Lager und Transport durchgeführt. Die Rücklaufquote war mit 64 Prozent höher als in den Jahren zuvor. Besonders hervorzuheben ist der ausgezeichnete Wert der Gesamtzufriedenheit der sogar etwas verbessert werden konnte. Auch das vorhandene Betriebsklima wurde von den MitarbeiterInnen als sehr gut bezeichnet.

In Folge wurden die Ergebnisse mit den Führungskräften besprochen und Maßnahmen und Handlungsfelder erarbeitet, damit z.B. die Kommunikation verstärkt oder die Verantwortungs- und Aufgabengebiete klarer wahrgenommen werden.

Im Herbst 2016 nahmen Abteilungen der Zentralbereiche, wie IT und Rechnungswesen einschließlich des Bereichs Lager und Transport, an der Befragung von "Great Place to Work" teil. Neben der Bewertung von aktuellen Konzepten, Maßnahmen und Kennzahlen im Bereich der Personalentwicklung umfasste die Umfrage auch zahlreiche Fragen zum Thema MitarbeiterInnen-Zufriedenheit. Über 1.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden befragt. Das Resultat: 80 Prozent der Befragten halten die Zentralbereiche der REWE International AG für einen sehr guten Arbeitsplatz. 85 Prozent sind stolz auf den gemeinsamen Beitrag, den sie für die Handelsfirmen und KundInnen in den Filialen leisten. Diese Resultate sowie die zahlreichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen im Unternehmen führten dazu, dass die REWE International AG als „Bester Arbeitgeber“ (im Lebensmittelhandel) 2017 mit dem „Great Place to Work“ Award ausgezeichnet wurde. Außerdem erhielt man zusätzlich den Sonderpreis für „Diversity & Inclusion“ für besondere Leistungen im Integrationsbereich.

Schicksalsfonds

Um MitarbeiterInnen auch während schwieriger Lebensphasen zur Seite zu stehen, hat das Unternehmen einen Schicksalsfonds gegründet. Der bereits 2009 ins Leben gerufene Fonds bietet eine rasche und unbürokratische Unterstützung für Beschäftigte, die durch einen Schicksalsschlag in eine finanzielle Notsituation geraten sind. 2017 wurden in 11 Fällen MitarbeiterInnen bzw. deren Angehörigen Unterstützungen im Ausmaß von über 18.000 Euro gewährt. Die Zuwendungen reichen von Beiträgen für die Beseitigung von Schäden nach Unwettern oder Bränden bis hin zur Unterstützung einer Knochenmarkspendenaktion.

Betriebsrat

Der REWE International AG Konzernbetriebsrat besteht aus zehn Körperschaften. Diese zehn Betriebsratskörperschaften bilden die Betriebsräte der einzelnen Konzernfirmen BILLA, MERKUR, PENNY, BIPA, ADEG, REWE Dienstleistung, REWE Lager & Transport Angestellte, REWE Lager & Transport Arbeiter, Marian Werbestudio und REWE Austria Fleischwaren. 2017 fanden Betriebsrats- und Behindertenvertrauenspersonen-Wahlen statt. Insgesamt gibt es mehr als 170 Betriebsratsmitglieder und 10 neue Behindertenvertrauenspersonen. 98 BetriebsrätInnen sind auch Mitglieder des Konzernbetriebsrates und nehmen dort die Interessen aller MitarbeiterInnen gemeinsam wahr. Die Betriebsräte betreuen die MitarbeiterInnen in den Filialen vor Ort und in den Zentralbereichen. Zu den Aufgaben gehören u. a. Kontrollen der Arbeitszeitaufzeichnung und die korrekte Abgeltung offener Mehr- und Überstunden, die Information der MitarbeiterInnen über Rechte und Pflichten oder arbeitsrechtliche Fragen, sowie Unterstützung bei Konflikten. Stellvertretend für alle MitarbeiterInnen verhandelt der Betriebsrat mit der Geschäftsleitung über das Personalkonzept, schließt Betriebsvereinbarungen ab und verwaltet den Betriebsratsfonds.

2017 wurden Absichtserklärungen für die Familienzeit (Papa-Monat) sowie zum Kritikgespräch abgeschlossen. Des Weiteren wurde die Betriebsvereinbarung „Zusatzurlaub für MitarbeiterInnen mit Behinderung“ umgesetzt. MitarbeiterInnen mit Feststellbescheid erhalten 3 oder 4 Tage (je nach Behinderungsgrad) zusätzlich.

Besonderen Schwerpunkt legt der Betriebsrat auf das Thema Arbeitszeit. Durch umfangreiches Informationsmaterial und zahlreiche Filialbesuche durch die Betriebsräte werden die MitarbeiterInnen laufend informiert.

2015 wurde zum Schwerpunkt "Sexuelle Belästigung und Diskriminierung" eine Informationsbroschüre herausgegeben, damit Betroffene wissen, wo sie Unterstützung und Rat finden können. 2016 wurde die Absichtserklärung zur kündigungsfreien Zeit, dem verpflichtenden Kritikgespräch vor einer Kündigung, sowie zur Information bei einvernehmlichen Lösungen abgeschlossen. Für 2017 sind eine Absichtserklärung zu Familienzeit mit der Geschäftsleitung sowie zusätzliche Betriebsvereinbarungen geplant.

MitarbeiterInnen der REWE International AG in Österreich (gezählte Köpfe per 31.12., exklusive ADEG)

2015  2016  2017
41.100  42.322 42.846

Firmenzugehörigkeit bei der REWE International AG in Österreich durchschnittlich in Jahren (exklusive ADEG)

2015  2016  2017
8,3 8,4 8,5

Fluktuation bei der REWE International AG in Österreich (exklusive ADEG)

2015  2016  2017
21,8% 21,5% 23,7%
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