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Fokusrohstoffe – Non-Food

Einkaufsvolumens in Übereinstimmung mit den Leitlinien des Unternehmens

GRI FP1

Insbesondere in den Lieferkettenstufen des Rohstoffanbaus und der Verarbeitung gibt es ökologische Herausforderungen sowie ein erhöhtes Risiko der Missachtung von Arbeits- und Sozialstandards. Sie stehen daher im Fokus der Aktivitäten REWE Group in Österreich. Im Rahmen einer Analyse wurden folgende kritische Rohstoffe im Non-Food-Bereich ermittelt: Textilien und hormonell wirksame Inhaltsstoffe bei Drogerieartikeln.

Nachhaltigkeit ist als fester Bestandteil in die Unternehmensprozesse der REWE Group in Österreich integriert und wird durch eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen „Grüne Produkte“, „Energie, Klima und Umwelt“, „MitarbeiterInnen“ und „Gesellschaftliches Engagement“ sichergestellt.

Im Rahmen der Handlungsfelder Bewusste Ernährung, Fairness und Sozialstandards, Artenvielfalt und Lebensräume (Ressourcenschonung) und Tierwohl werden wirksame Maßnahmen in der Säule „Grüne Produkte“ entwickelt, um negative ökologische und soziale Auswirkungen zu reduzieren. Innerhalb dieser Handlungsfelder spielen die Aktivitäten zu den Fokusrohstoffen im Food-Bereich eine besondere Rolle.

Die REWE Group in Österreich arbeitet kontinuierlich daran, ihre Lieferketten sozial und ökologisch verträglicher zu gestalten. Dabei setzt das Unternehmen auf international anerkannte produktbezogen Zertifizierungsstandards, arbeitet gemeinsam mit der Branche an Initiativen, setzt eigene Projekte auf und formuliert eigene Anforderungen im Rahmen von Leitlinien. Im Folgenden werden die wichtigsten Ansätze für einzelne Rohstoffe vorgestellt.

Nachhaltige Drogerieartikel

Im Jahr 2014 führte BIPA die umweltfreundliche Eigenmarke „bi good“ ein. Die „bi good“ Produkte sind durch unabhängige Gütesiegeln wie das NATRUE-Siegel, das EU Ecolabel, der Blaue Engel, das Vegan-Siegel oder das Österreichische Umweltzeichen zertifiziert und umweltfreundlicher verpackt. Um den Anforderungen an eine nachhaltigere Eigenmarke gerecht zu werden, wurde der „bi good“ Codex entwickelt. Der Codex umfasst Richtlinien für die gesamte Produktionskette. Alle „bi good“ Produkte werden ressourcenschonend auf Basis nachwachsender Rohstoffe hergestellt und sind innerhalb kurzer Zeit biologisch abbaubar. Bei den Verpackungsmaterialien wird auf den größtmöglichen Recyclinganteil geachtet. So bestehen die „bi good“ Waschmittelflaschen – wie Eierkartons – aus Formfasermaterial, welches zu 100 Prozent aus Altpapier gewonnen wird.

Seit 2014 ist das Sortiment stetig gewachsen und umfasste 2018 140 Pflegeprodukte und 40 Haushaltsprodukte. Die Pflegeprodukte sind frei von synthetischen Farb- und Duftstoffen, Paraffinen, Parabenen, Silikonen und Aluminiumchloriden sowie zu 100 Prozent gentechnikfrei hergestellt.

Ausgehend von einem Kosmetik-Check der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 zu hormonell wirksamen Inhaltsstoffen stellte BIPA 2014 als erster österreichischer Drogeriehändler sein gesamtes Eigenmarkensortiment im Bereich der Kosmetik- und Körperpflegeprodukte auf „hormonfrei“ um. Hormonell wirksame Chemikalien stehen im Verdacht, biologische Entwicklungsprozesse zu stören und dadurch einen negativen Einfluss auf Föten im Mutterleib, Kleinkinder und Pubertierende zu haben.

Textilien

Um die ökologischen Auswirkungen in der Lieferkette von Textilien zu verbessern hat sich die REWE Group in Österreich im Jahr 2014 der Detox-Kampagne von Greenpeace angeschlossen und ein entsprechendes Programm für seine Eigenmarken in den Warengruppen Kleidung, Schuhe und Heimtextilien aufgesetzt. Das Ziel ist eine sichere Textilproduktion ohne gefährliche Chemikalien bis zum Jahr 2020. Dazu arbeitet das Unternehmen gemeinsam mit seinen Lieferanten daran, den Einsatz von sichereren Chemikalien zu steigern und gefährliche Chemikalien systematisch aus der Textilproduktion zu eliminieren.

Chemikalien kommen vor allem in den so genannten Nassprozessen der Textilproduktion wie dem Färben, Bleichen oder Waschen zum Einsatz. Wenn bei diesen Arbeitsschritten gefährliche Substanzen verwendet werden, kann dies zu einer Gesundheitsgefährdung der Arbeiter in den Fabriken führen. Gelangen die Chemikalien über das Abwasser der Fabriken in die Umwelt, können Gewässer und andere Ökosysteme dadurch Schaden nehmen. Zur Umsetzung des Detox-Programms wurde ein Fahrplan entwickelt, der den Weg bis 2020 aufzeigt. Dabei spielen das Chemikalienmanagement und das Lieferantenmanagement eine zentrale Rolle.

Papier

Die REWE Group in Österreich setzt sich für den Schutz der Wälder und der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten ein. Sie unterstützt daher eine umweltgerechte und sozialverträgliche Waldwirtschaft, indem sie Papier für ihre Produkte und Verpackungen zunehmend aus nachhaltig bewirtschafteten Quellen bezieht. Dabei setzt das Unternehmen auf Siegel wie das Forest Stewardship Council (FSC®) oder das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC™).

Bereits eine Vielzahl von Produkten der REWE Group in Österreich sind mit diesen Siegeln ausgezeichnet – die Hygienepapierprodukte der Eigenmarken tragen bereits zu 100 Prozent die Label von FSC®, PEFC™ oder sind vollständig aus Altpapier. 2018 wurden rund 23.000 Tonnen Papier für die Flugblätter der Handelsfirmen BILLA, MERKUR, PENNY, BIPA und ADEG verwendet. Seit 2018 wird dafür ausschließlich recyceltes Papier aus Altpapier verwendet.