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Kundengesundheit und Produktsicherheit

Kundengesundheit und Produktsicherheit

Managementansatz

Die Sicherheit der Produkte und die Gesundheit unserer KundInnen haben einen hohen Stellenwert und spielen sowohl im Handel als auch in der Touristik eine herausgehobene Rolle – dabei weisen beide Bereiche unterschiedliche Anforderungen und Herausforderungen auf. Im Handel ist die REWE Group in Österreich dafür verantwortlich, Qualität zu sichern und die Gesundheit der KundInnen auf diese Weise sicherzustellen. Im Bereich Touristik der REWE Group in Österreich gilt es vor allem, für das Vertrauen und die Sicherheit der Reisenden zu sorgen. Dazu zählt ein umfassendes Krisen- und Sicherheitsmanagement sowohl im Urlaubs- als auch im Heimatland.

GRI 416: Kundengesundheit und -sicherheit

Um die Qualität und Sicherheit ihrer Produkte zu gewährleisten, hat die REWE Group in Österreich im Kerngeschäftsfeld Handel ein umfassendes, stufenübergreifendes Qualitätssicherungssystem entlang der gesamten Wertschöpfungskette eingeführt. Es umfasst sowohl präventive Maßnahmen, wie die Festlegung von Warenrichtlinien, als auch ein systematisches Issue Monitoring, Kontrollen und Audits sowie Konsumententipps für die richtige Handhabung zu Hause. Ein 2010 etabliertes Kennzahlensystem macht dabei die Einhaltung gesetzlicher und interner Qualitätsanforderungen messbarer und damit transparenter.

Die Kennzahlen wie beispielsweise die Ergebnisse interner Qualitätskontrollen von Produkten (auf mikrobiologische, chemische und physikalische Parameter) sowie von Märkten und Lagern (über den Warenumgang, die Personalhygiene, Reinigung und Desinfektion, die Kühlkette usw.) werden halbjährlich erhoben, ausgewertet und im Qualitätsmanagement Report der REWE Group in Österreich vorgestellt.

Ein besonderer Schwerpunkt des Qualitätsmanagements liegt auf den Produkten der Eigenmarken: Für alle Schritte entlang der Wertschöpfungskette definiert das Unternehmen spezifische Anforderungen an das Produkt und dessen Produzenten – vom Rohstoff über die Rezeptur und Kennzeichnung bis hin zur Verpackung. Diese Spezifikationen bilden die Grundlage für regelmäßige Stichprobenuntersuchungen von unabhängigen, akkreditierten Prüfinstituten. Die Stichproben werden risikobasiert nach Lieferanten- und Produktrisiko ermittelt. Lebensmittel wie frisches Obst oder Gemüse werden daher häufiger untersucht als beispielsweise Salz oder Zucker.

Neben den Produkten selbst werden weitere Stufen der Wertschöpfungskette in die Prüfung einbezogen: Sämtliche Eigenmarkenlieferanten im Food-Bereich müssen nach dem international anerkannten Standard IFS Food bzw. nach dem Standard des British Retail Consortium (BRC) zertifiziert sein. Darüber hinaus führt die REWE Group in Österreich auf Basis einer Risikoanalyse zusätzliche Lieferantenaudits durch. Diese umfassen eine Auswertung verschiedener Kennzahlen, wie Produktbeanstandungen, KundInnenreklamationen und Risikoklassifizierung der Produktgruppe. Hersteller und Lieferanten, die die Qualitätsstandards der REWE Group in Österreich nicht erfüllen, werden aufgefordert, dies zu ändern, da ihnen ansonsten eine Auslistung droht.

Hinzu kommen jährliche Audits der Warenlager durch interne AuditorInnen und zusätzlich durch eine unabhängige externe Kontrollstelle, in die alle Lagerbereiche vom Wareneingang bis zum Transport in die Märkte einbezogen sind. Zusätzlich gibt es spezielle Audits innerhalb des Lagers mit dem Schwerpunkt „Umsetzung der Qualitätsanforderungen“ für den Bereich Obst und Gemüse.

Auch in den Lebensmittelmärkten der REWE Group in Österreich finden regelmäßige interne und externe Kontrollen statt. Um die Sauberkeit und Hygiene in allen Märkten und Lagern sicherzustellen, kontrolliert das Qualitätsmanagement sowohl alle Filialen als auch die Lager anhand von standardisierten Hygienechecklisten. Die Ergebnisse der internen Audits durch das Kontrollteam werden systematisch erfasst und an die verantwortlichen Personen zur etwaigen Maßnahmenumsetzung im Unternehmen weitergeleitet.

Beurteilung der Auswirkungen

GRI 416-1: Beurteilung der Auswirkungen verschiedener Produkt- und Dienstleistungskategorien auf die Gesundheit und Sicherheit

Im Rahmen des Qualitätsmanagements führt die REWE Group in Österreich systematische Prüfungen auf Gesundheit und Sicherheit entlang des gesamten Produktlebenszyklus durch.

Besonderes Augenmerk liegt auf den rund 60 verschiedenen Eigenmarken der REWE Group in Österreich mit über 7.200 Produkten, angefangen bei der Produktentwicklung über die Auswahl der Lieferanten bis hin zu regelmäßigen Qualitätsprüfungen. Jedes Produkt muss dabei spezifische Anforderungen erfüllen. Das betrifft sowohl die wertgebenden Bestandteile als auch den Verzicht auf bestimmte Inhaltsstoffe, wie Farbstoffe oder Geschmacksverstärker. Die Grenz- und Richtwerte für Eigenmarken-Warengruppen sind im sogenannten REWE Group Kodex festgelegt. Die Inhalte wurden mit ExpertInnen der LVA GmbH, der SGS Institut Fresenius Austria GmbH und der AGES Wien entwickelt. 2018 wurden bei Eigen- und Exklusivmarken 6.200 Produktuntersuchungen (exkl. Untersuchungen von Obst & Gemüse und Wegenstein) durchgeführt.

Die Produkte der Eigenmarken werden regelmäßig intern sowie durch akkreditierte, unabhängige Institute untersucht. Dabei werden nicht nur die gesetzlich vorgeschriebenen Werte überprüft, sondern auch die oft weit darüber hinausreichenden Anforderungskriterien der REWE Group in Österreich. Damit in Krisenfällen – etwa bei Produktrückrufen – schnell und effizient reagiert werden kann, gibt es im Qualitätsmanagement eine zentrale Koordinationsstelle für das Krisenmanagement.

Für die Bio-Marken gibt es im Unternehmen zusätzlich eine eigene Qualitätssicherung. Im Auftrag von „Ja! Natürlich“ und „Echt B!O“ werden dabei Unternehmen und Produkte getestet. Das engmaschige Kontrollnetz umfasst so Jahr für Jahr neben den gesetzlichen Kontrollen auch zusätzliche Audits in Biobetrieben.

Pestizidreduktionsprogramm (PRP)

Die REWE Group in Österreich hat sich das Ziel gesetzt, die Pestizidbelastung bei konventionellem Obst und Gemüse zu reduzieren. Dazu arbeitet sie mit Erzeugern, NGOs und der Wissenschaft an Lösungen, um mögliche negative Effekte für Umwelt und Gesundheit zu minimieren und dabei die Produktion und Ertragssicherheit für die Landwirte sicherzustellen. Vor diesem Hintergrund wurde bereits 2003 gemeinsam mit der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 das Pestizidreduktionsprogramm (PRP) entwickelt und ist bis dato im Einsatz.

Die Programmarbeit von GLOBAL 2000 umfasst vier Bereiche: Bindende Standards setzen, regelmäßige Kontrollen durchführen, Zusammenarbeit mit Landwirten und Bewusstseinsbildung. Unabhängige Labors untersuchen wöchentlich Proben aus dem gesamten Obst- und Gemüsesortiment auf Pestizidrückstände. Die Probenziehung orientiert sich u.a. an der Saisonalität, sodass auch Obst und Gemüse, das nur wenige Wochen im Markt ist, entsprechend übergeprüft wird wie beispielsweise heimischer Spargel oder Kirschen.

Die von GLOBAL 2000 festgelegten Grenzwerte sind für Lieferanten verpflichtend und liegen zumeist deutlich unter den gesetzlichen Höchstwerten. Die Ergebnisse der Untersuchungen werden laufend auf der BILLA und MERKUR Website veröffentlicht. Darüber hinaus erstellt GLOBAL 2000 für die REWE Group seit 2009 jährlich den Statusbericht Chemischer Pflanzenschutz. Dieser zeigt die Pestizidbelastung des konventionellen Sortiments an Frischobst und –gemüse und ist die Grundlage für Weiterentwicklungen

Seit Herbst 2016 wurden auch Pestizide mit hormonell wirksamen Stoffen (EDC) in das PRP aufgenommen, deren Einsatz gesetzlich noch nicht reguliert ist. Diese Chemikalien sind körperfremde Stoffe, die körpereigene Hormone verstärken oder blockieren können. Da viele dieser Chemikalien bereits in sehr geringen Mengen wirken können, wurden sie im Rahmen des PRP verboten. Das erste Etappenziel soll Ende 2019 erreicht werden: Nullrückstände bei den 10 priorisierten EDC-Wirkstoffen.

Im Jahr 2018 wurden 1.486 Proben untersucht. Dabei zeigte sich bei knapp 92 Prozent keine Überschreitung der Grenzwerte. Die Auswertungen zeigen, dass die Belastung in den vergangenen Jahren zwar konstant niedrig geblieben, aber dennoch leicht angestiegen ist. Hintergrund waren 2018 lange Trockenphasen in manchen Regionen Österreichs, die zu einem erhöhten Schädlingsaufkommen geführt haben, weshalb mehr Pflanzenschutzmittel eingesetzt wurden. Sind solche Entwicklungen absehbar, wird bereits im Vorfeld an alternativen Maßnahmen gearbeitet bzw. besonders auf einen zielgenauen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln geachtet.

Es besteht weiterhin Handlungsbedarf. In den Fällen, wo eine zu hohe Pestizidbelastung nachgewiesen wurde, wurden die Produkte nicht freigegeben. Um die Belastung zu verringern, arbeiten die AgraringenieurInnen des Programms konstant mit den Produzenten und Lieferanten zusammen. Das Ziel ist es, weiterhin umweltschonendere Alternativen zum Einsatz von Pestiziden zu entwickeln.

Seit Herbst 2016 wurden außerdem Pestizide mit hormonell wirksamen Stoffen in das PRP aufgenommen. Diese Chemikalien sind körperfremde Stoffe, die körpereigene Hormone verstärken oder blockieren können. Da viele dieser Chemikalien bereits in sehr geringen Mengen wirken können, wurden sie im Rahmen des PRP verboten. Das erste Etappenziel soll Ende 2019 erreicht werden: Nullrückstände bei den 10 priorisierten EDC-Wirkstoffen.

Verstöße

GRI 416-2: Verstöße im Zusammenhang mit den Auswirkungen von Produkten und Dienstleistungen auf die Gesundheit und Sicherheit

Im Jahr 2018 gab es acht öffentliche Rückrufe bei Eigenmarkenprodukten der REWE Group in Österreich. Bei zwei Rückrufen lag die Ursache in einer falschen Deklaration, da Allergene nicht deklariert wurden. Vier Rückrufe hatten Fremdkörper als Ursache und zwei weitere Rückrufe wurden durch mikrobiologische Abweichungen bzw. Kontaminanten ausgelöst. Nach den öffentlichen Rückrufen wurden die betroffenen Lieferanten durch externe Sachverständige im Auftrag des Qualitätsmanagements auditiert. Ziel dieser Audits war es, zu überprüfen, welche Maßnahmen in den Betrieben eingeleitet wurden, um solche Abweichungen möglichst zu vermeiden.

Bei den durchgeführten öffentlichen Rückrufen handelte es sich um Einzelfälle, es gab keine Häufungen bei Warengruppen oder Lieferanten. In allen Fällen konnten KundInnen die Ware in den Märkten gegen Erstattung des Kaufpreises zurückgeben.