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Produktbezogene Risikoanalysen

Risikomanagement

Die REWE Group in Österreich ist bestrebt, ökologische und soziale Auswirkungen ihres Handelns, wo immer möglich, zu reduzieren. Um dies umsetzen zu können, führt das Unternehmen auf verschiedenen Ebenen Analysen zur Bewertung von sozialen und ökologischen Risiken durch. Auf Ebene von Warengruppen oder Rohstoffen zur Formulierung von Strategien sowie auf Ebene einzelner Produkte, Themen oder Länder, um einzelne Maßnahmen zu konkretisieren. In diesem Rahmen werden die eigenen Leistungen und Fortschritte in der Minimierung von Risiken kontinuierlich geprüft. Zielkonflikte reflektiert die REWE Group in Österreich sowohl mit ExpertInnen im eigenen Unternehmen als auch mit externen Anspruchsgruppen.

GRI 102-11: Vorsorgeansatz oder Vorsorgeprinzip

Als international tätiges Handelsunternehmen ist die REWE Group in Österreich im Rahmen der Geschäftstätigkeiten unterschiedlichen wirtschaftlichen Risiken wie beispielsweise logistische Risiken, Preisentwicklung, Gesetze und Vorschriften mit zum Teil kurzen Reaktionszeiten ausgesetzt. Ein einheitliches Risikomanagement begegnet diesem Gefahrenpotenzial erfolgreich und sichert nachhaltig Chancen. Die Führungs- und Aufsichtsgremien werden halbjährlich über die aktuelle Risikolage in standardisierter Form unterrichtet. Hierzu melden die Risikoverantwortlichen über Inventuren stichtagsbezogen melderelevante Einzelrisiken aus den Risikofeldern. Risiken mit ähnlichen Inhalten und Ursachen werden anschließend auf Ebene der Konzerne zu Risikoarten aggregiert und gemäß ihrem Bedrohungspotenzial für die Geschäftstätigkeit, Finanz- und Ertragslage, Cashflows sowie Reputation bezüglich der Konzernrelevanz als hoch, mittel oder gering klassifiziert.

Analyse der sozialen und ökologischen Risiken in den Lieferketten

Die Risikoanalyse dient dazu, die Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Mensch und Umwelt zu ermitteln sowie zu bewerten. Ziel ist, einen umfassenden Überblick entlang der Wertschöpfungsketten zu erlangen. So soll identifiziert werden, welche wesentlichen negativen ökologischen und sozialen Auswirkungen die Eigenmarkenprodukte haben und an welchen Stellen diese auftreten. Eine umfassende Analyse stellt damit die Basis für die strategische Ausrichtung im Bereich nachhaltigerer Sortimente dar und dient der Entscheidung, welche Maßnahmen mit welcher Priorität ergriffen werden – mit dem Ziel, ermittelte Risiken zu minimieren und Chancen zu nutzen. So wurden die Informationen zur Ausarbeitung der Strategie verwendet, in der Themen, Key Performance Indikatoren (KPIs), Ziele und Maßnahmen definiert sind.

Die Analysen gliedern sich normalerweise in zwei Stränge: eine qualitative und eine quantitative Analyse. Im Rahmen der qualitativen Untersuchung werden wissenschaftliche Studien und Reports ausgewertet und Interviews mit EinkäuferInnen und ExpertInnen geführt, um wesentliche Nachhaltigkeitsthemen entlang der Wertschöpfungsketten zu ermitteln. Hierbei werden neben den ökologischen Auswirkungen vor allem auch die Risiken im Bereich Arbeitsbedingungen und Menschenrechte identifiziert.

Der quantitativen Analyse auf Basis einer Input-Output-Analyse liegt ein volkswirtschaftliches Modell zugrunde. Hierzu werden die ökologischen Auswirkungen in der Lieferkette wie beispielsweise Treibhausgasemissionen ermittelt und in monetäre Beträge umgerechnet. Die sozialen Auswirkungen werden beurteilt, indem u.a. die qualitativen Untersuchungen mit dem Einkaufsvolumen des Unternehmens sowie mit Informationen über Produktions- und Ursprungsländer verknüpft werden, um ökologische und soziale Risiken spezifisch monetär zu bewerten. So können für einzelne Warengruppen die externen Kosten des eigenen Wirtschaftens quantifiziert werden. Auf diese Weise können die ökologischen und sozialen Hot Spots faktenbasiert in der Wertschöpfungskette identifiziert und besonders risikoreiche Warengruppen und Fokusrohstoffe ermittelt werden.

Mithilfe der Analysen konnte festgestellt werden, dass die Auswirkungen schwerpunktmäßig in den Lieferkettenstufen des Rohstoffanbaus und der Verarbeitung stattfinden. Sie stehen daher im Fokus der Aktivitäten der REWE Group in Österreich. Folgende besonders kritische Rohstoffe ergaben sich aus den Analysen: Obst und Gemüse, Fleisch und Milchprodukte inklusive Futtermitteln für Tiere, Kakao, Palmöl, Fisch und Textilien.