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Verpackungen

Managementansatz

GRI 301: Materialien

Verpackungen gehören zu unserem alltäglichen Leben. Sie erfüllen viele wichtige Funktionen: Sie halten Nahrungsmittel frisch, schützen sie und machen ihren Transport möglich. Außerdem bieten sie Platz für wichtige Informationen. Jedoch entsteht entlang der Wertschöpfungskette von Verpackungen eine Vielzahl negativer ökologischer Effekte. Bei der Verpackungsherstellung werden beispielsweise natürliche Ressourcen eingesetzt, Energie verbraucht und Emissionen ausgestoßen.

Durch oft falsche Entsorgung des Verpackungsmülls werden nicht nur wertvolle Rohstoffe vernichtet, sondern bei nicht sachgerechter Entsorgung in der Natur auch Umweltprobleme erzeugt. Vor allem Kunststoffe haben sich durch ihre generationen-übergreifende Abbauzeit als kritisch erwiesen, wenn sie nicht entsprechend recycelt oder entsorgt werden. Die Stakeholder der REWE Group in Österreich schätzen das Thema Verpackungen als besonders relevant für das Unternehmen ein (für mehr Informationen siehe Abschnitt Wesentlichkeitsanalyse).

Nachhaltigkeit ist als fester Bestandteil in die Unternehmensprozesse der REWE Group in Österreich AG integriert und wird durch eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie mit den vier zentralen Säulen „Grüne Produkte“, „Energie, Klima und Umwelt“, „MitarbeiterInnen“ und „Gesellschaftliches Engagement“ sichergestellt.

Im Rahmen der Handlungsfelder Bewusste Ernährung, Fairness und Sozialstandards, Artenvielfalt und Lebensräume (Ressourcenschonung) und Tierwohl werden wirksame Maßnahmen in der Säule „Grüne Produkte“ entwickelt, um ökologische und soziale Auswirkungen zu reduzieren. Innerhalb des Handlungsfelds Artenvielfalt und Lebensräume (Ressourcenschonung) wurden die Fokusthemen Kreislaufwirtschaft, Wasser sowie Biodiversität identifiziert. Eine besondere Rolle beim Fokusthema Kreislaufwirtschaft spielt dabei der Bereich Verpackung.

Maßnahmen für umweltfreundlichere Verpackungen

Die REWE Group in Österreich und ihre Handelsfirmen haben der Reduktion von Verpackungen bzw. dem Einsatz umweltfreundlicherer Verpackungsmaterialien eine hohe Priorität in ihrer Nachhaltigkeitsstrategie gegeben – und das nicht erst seit der Plastikreduktions-Initiative der EU. Begonnen wurde damit im Rahmen der Green Packaging Initiative der Eigenmarke „Ja! Natürlich“, durch die seit 2011 bereits 480.000 kg Plastik eingespart werden konnten.

„Raus aus Plastik!“

Das Thema Verpackungen gestaltet sich unglaublich vielfältig, da jede Produktgruppe mit ihren spezifischen Eigenschaften hinsichtlich Schutz, Haltbarkeit, Hygiene etc. gesondert betrachtet werden muss. Und nicht überall wird man Kunststoff ersetzen können. Trotzdem sagt die REWE Group in Österreich ganz bewusst „Raus aus Plastik!“, denn jede Plastikverpackung, die im Zuge dieser Initiative eingespart oder durch eine umweltfreundlichere Alternative ersetzt werden kann, ist ein direkter Gewinn für die Umwelt.

Mit drei zukunftsweisenden Aktivitäten will das Unternehmen die negativen Auswirkungen von Plastik auf die Umwelt reduzieren:

  • Bis Ende 2019 wird das gesamte Obst und Gemüse-Sortiment der Eigenmarken „Ja! Natürlich“ und „Echt B!O“ unverpackt und lose oder umweltfreundlich verpackt angeboten.
  • Zur Vermeidung von Einweg-Sackerl zum Transport von Obst- und Gemüse, werden in allen BILLA und MERKUR Märkten umweltfreundliche Mehrwegnetze angeboten.
  • In einem breit angelegten Ideenwettbewerb wurden KundInnen und innovative Start-ups im Herbst 2018 dazu eingeladen, alternative Ideen für umweltfreundlichere Verpackungen zu entwickeln und Vorschläge zur Kunststoffreduktion zu präsentieren. Bis zum 28. Februar 2019 wurden insgesamt über 15.000 Vorschläge eingereicht und ausgewertet.

Mehrwegnetze im Obst- und Gemüsebereich

Im Rahmen des ganzheitlichen Ansatzes von „Raus aus Plastik!“ wurden bei MERKUR, BILLA und ADEG umweltfreundliche Mehrweg-Netze als Alternative zum nachhaltigen Transport von Obst und Gemüse eingeführt. Die wiederverwendbaren Netze sind frei von chemischen Stoffen, waschbar, umweltschonend und halten Lebensmittel aufgrund der atmungsaktiven und feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaften bis zu drei Tage länger frisch. Sie werden CO2-neutral in Österreich hergestellt. Dabei sind alle Bestandteile zu 100 Prozent aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz.

Längere Haltbarkeit durch biologisch abbaubare Verpackung

Die „Ja! Natürlich“ Bio-Karotten 500 g wurden 2018 nachhaltiger verpackt: Statt einem Plastik-Beutel wird ein Beutel aus nachwachsender Rohstoffe genutzt. Die Verpackungsfolie besteht zu 40 Prozent aus Distel- und Sonnenblumenöl und ist biologisch abbaubar. Die Disteln kommen aus Sardinien, wo sie sich an die mediterranen Klimabedingungen angepasst haben und ganz ohne Düngung und zusätzliche Bewässerung gedeihen. Im Zuge dieses Projektes werden auch sardinische Bauern unterstützt, denen sich in einer wirtschaftlich schwachen Region Italiens neue Einkommensquellen erschließen. Durch die Umstellung konnten auch positive Effekte auf die Produktqualität und Frische erzielt werden. Die Karotten bleiben länger frisch.

bi good: Verpackungen mit höchstmöglichem Recyclinganteil

In Österreich hat die Vertriebslinie BIPA im Jahr 2014 unter dem Namen bi good eine neue Linie für Haushalts- und Pflegeprodukte eingeführt. Die Verpackungen bestehen ausschließlich aus wiederverwertbaren Materialien und haben den aktuell maximal möglichen Recyclinganteil. So werden Flaschen (HDPE oder PET) und Faltschachteln (Papier) aus 100 Prozent und Tuben (PE) aus 60 Prozent Recyclingmaterial hergestellt.