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Wesentlichkeitsanalyse

Vorgehen zur Bestimmung des Berichtsinhalts und der Abgrenzung der Themen

GRI 102-46

Vom Lebensmitteleinzelhandel über den Drogeriefachhandel bis zur Touristik – die REWE Group in Österreich ist mit ihren Geschäfts- und Tätigkeitsfeldern breit aufgestellt. Ebenso vielfältig sind auch die potenziell wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte, die das Unternehmen betreffen können. Neben anderen Instrumenten wie beispielsweise Stakeholderdialoge und produktbezogenen Risikoanalysen ist die Wesentlichkeitsanalyse eine Methode, mit der wesentliche Themen identifiziert und Schwerpunkte bei der Maßnahmenentwicklung gesetzt werden. Dabei spielen insbesondere die Einschätzung der internen und externen Stakeholder sowie die Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf Mensch, Tier und Umwelt eine bedeutende Rolle.

Um sich veränderten Gegebenheiten anzupassen, hat die REWE Group in Österreich ihre Wesentlichkeitsanalyse im Jahr 2018/19 aktualisiert. Die Ergebnisse der vorangegangenen Analyse aus dem Jahr 2014 bildeten hierbei die Basis. Im Rahmen eines internen Workshops prüften Verantwortliche aus allen Geschäftsfeldern die ursprünglich 38 Nachhaltigkeitsthemen auf Aktualität, Relevanz, fehlende Schwerpunkte und im Hinblick auf positive wie negative Auswirkungen. Hierfür wurden Benchmarks durchgeführt und die Themenliste mit den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) abgeglichen. Im Ergebnis ergab dies eine Liste von 18 Nachhaltigkeitsthemen.

In einem zweiten Schritt führte die REWE Group in Österreich eine onlinebasierte Konsumenten- und MitarbeiterInnenbefragung durch. Insgesamt 837 Stakeholder (505 extern, 332 intern) schätzten die zuvor konsolidierten 18 Themen nach ihrer Relevanz ein. Im Ergebnis bewerteten die Befragten die Themen umweltfreundlichere Verpackung, Tierwohl, Klimaschutz, faire Arbeitsbedingungen und ökologische Aspekte in der Lieferkette als besonders relevant für REWE Group in Österreich. Im Vergleich zur letzten Stakeholderbefragung aus dem Jahr 2014 haben die Themen umweltfreundlichere Verpackung und ökologische Aspekte in der Lieferkette deutlich an Relevanz zugenommen.

Um die Erwartungshaltung der Stakeholder abzufragen, wurde das Querschnittsthema „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ neu im Berichtsjahr aufgenommen. Im Ergebnis ist es in Relation zu den anderen Themen noch von deutlich geringerer Relevanz für die Stakeholder. Aus diesem Grund wird in diesem Bericht nicht gesondert auf das Thema eingegangen, jedoch werden weiterhin die internen und externen Anforderungen, die sich aus diesem Querschnittsthema für die verschiedenen Bereiche ergeben, weiterverfolgt.

Zusätzlich zu der Priorisierung der 18 Themen hatten die Befragten die Möglichkeit, ihre konkreten Erwartungen zu ihrem „Top-Thema“ ungestützt zu äußern. In Bezug auf umweltfreundlichere Verpackung nannte ein Großteil der Befragten Reduktion bzw. Vermeidung von Plastik (insbesondere bei Obst und Gemüse) und den Einsatz von Kunststoffalternativen. Das Thema Klimaschutz sahen die Befragten als Querschnittsthema und erwarten von der REWE Group in Österreich, dass Klimaschutz eine Grundlage bei allen Entscheidungen darstellt. Vor allem kurze Lieferwege sind für eine große Gruppe der Befragten ein wichtiger Faktor. Eine artgerechte Haltung sowie den Verzicht auf Massentierhaltung und „Billigfleisch“ haben für einen Großteil der Befragten beim Thema Tierwohl eine hohe Relevanz.

Die Ergebnisse der Wesentlichkeitsanalyse fließen neben anderen Informationen in das jährliche Review der Nachhaltigkeitsstrategie ein.

Relevanz aus Sicht der internen und externen Stakeholder

Liste der wesentlichen Themen

GRI 102-47

Themen der Wesentlichkeitsanalyse und zugeordnete GRI-Themen:

Grüne Produkte

  • Bewusste Ernährung: Gesunde und erschwingliche Lebensmittel (FP)
  • Engagement im Bereich Artenvielfalt und Umweltschutz: Biodiversität (GRI 304)
  • Ökologische Aspekte in der Lieferkette: Umweltbewertung der Lieferanten (GRI 308)
  • Soziale Aspekte in der Lieferkette: Soziale Bewertung der Lieferanten (GRI 414), Prüfung auf Einhaltung der Menschenrechte (GRI 412)
  • Tierwohl: Tierwohl (FP10)
  • Transparenz für Kunden: Nachhaltigen Konsum fördern (GRI 417)
  • Umweltfreundlichere Verpackung: Materialien (GRI 301)

Energie, Klima und Umwelt

  • Betriebliche Ressourcenschonung: Materialien (GRI 301)
  • Klimaschutz: Emissionen (GRI 305)
  • Nachhaltigere Logistik: Energie (GRI 302), Emissionen (GRI 305)

MitarbeiterInnen

  • Arbeitssicherheit und Gesundheit: Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (GRI 403)
  • Aus- und Weiterbildung: Aus- und Weiterbildung (GRI 404)
  • Beruf und Lebensphasen: Beschäftigung (GRI 401)
  • Faire Arbeitsbedingungen: Beschäftigung (GRI 401), Arbeitnehmer-Arbeitgeber-Verhältnis (GRI 402)
  • Vielfalt und Chancengleichheit: Diversität und Chancengleichheit (GRI 405), Diskriminierungsfreiheit (GRI 406)

Gesellschaftliches Engagement

  • Engagement im Bereich Gesundheit und Bewegung: Indirekte ökonomische Auswirkungen (GRI 203)
  • Unterstützung von Bedürftigen: Lokale Gemeinschaften (GRI 413)

Unternehmensführung

  • Dialog: Allgemeine Angaben (GRI 102)
  • Faire Geschäftsbeziehungen: Wettbewerbswidriges Verhalten (GRI 206)
  • Integrität und Compliance: Korruptionsbekämpfung (GRI 205), Politische Einflussnahme (GRI 415), Sozioökonomische Compliance (GRI 419), Schutz der Kundendaten (GRI 418)
  • Nachhaltigkeit in der Unternehmensführung: Allgemeine Angaben (GRI 102)
  • Ökonomische Performance: Wirtschaftliche Leistung (GRI 201)

Änderungen bei der Berichterstattung

GRI 102-49

Siehe Bestimmung des Berichtsinhalts und Themenabgrenzung.